Othmar Auberger

 

Kleine Gartengesellschaft

 

 

Der duftende Flieder im Frühling führt zu fröhlichem Flattern im Garten,

Falter um Falter beglückt er, wie auch die Bienen, die zarten.

Dann, Monate später gewachsen, betörend auch wieder,

gibt´s ein da capo für alle beim Sommerflieder.

 

Des Beimwells schwankendes Gleichgewicht wird vom Brummen gestört,

denn seine blauende Blüte die haarigen Hummeln betört.

Auch seine Blätter sind hilfreich: offene Wunden und Schrammen,

gar gebrochene Knochen läßt er wachsen zusammen.

 

Die Gänseblum´ öffnet am Morgen den Kelch, zur Sonne gewendet,

den sie klug wieder schließt am Abend, weil er Kühle spendet.

Nicht nur das Aug sie erfreut: durch nussige Zartheit ganz leis´

macht mit Leichtigkeit sie auch Salate zu würziger Speis.

 

Reibt man nur zaghaft an ihm, der Rosmarin duftet im Nu;

dem harten, trockenen Kern aber setzet die Kälte sehr zu.

Dank wärmenden Wickeln im Winter er sommers wunderlich wächst,

verfeinert die Küche, was du am Tische dann vollmundig schmeckst.